2010 – Das Ende!

Neben unserem großen Jahresrückblick in Bild und Ton wollen natürlich auch wir dieses Jahr nicht beenden, ohne unseren Lesern in ein paar Listen die unverzichtbaren Highlights des vergangenen Jahres zu präsentieren! Da wir in der Redaktion allerdings ein verdammt schlechtes Gedächtnis haben, haben wir einfach mal einige nette Kollegen aus der deutschen Rap-Welt dazu überredet, uns ihre persönlichen Höhepunkte des Jahres zu nennen. An dieser Stelle also schonmal danke an diejenigen, die uns dadurch einiges an Arbeit erspart haben. Ihr seid die Besten!

Um das Ganze etwas individueller werden zu lassen, haben wir den Teilnehmern inhaltlich keine Scheuklappen aufsetzen wollen, erwartet also nicht ausschließlich Kauftipps für diejenigen, die das vergangene Rap-Jahr mehr oder weniger verschlafen haben.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Rumschmökern und freuen uns darauf, euch im kommenden Jahr wieder regelmäßig mit den neuesten Neuigkeiten aus Hiphop-Hausen zu versorgen!

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Julian Brimmers (Melting Pot Music/ Tru Toughts):

- Jonathan Franzen –  Freedom (Buch)
- Maddslinky & Tawiah – Further Away (Track)
- Dorian Concept und Flying Lotus – Live at Concorde 2 (Brighton)
- Barry Miles – The Beat Hotel (Buch)
- The Gaslight Anthem – Orphans (Track)
- Greenberg (Film)
- Harvey Pekar, Paul Buhle: The Beats – A Graphic History (Comic)
- Retrogott & Hulk Hodn – Schlangen sind Gespraechig (Video)

Florence “lupa” Bader (Chefredakteurin von rappers.in):


- Marteria – Zum Glück in die Zukunft (LP):
Dieses Album ist unfassbar gut und hat definitv Maßstäbe gesetzt. Es hat berührt und Geschichten so erzählt, wie sie viele selbst tagtäglich erleben. Und vor allem hat endlich jemand der Welt “da draußen” gezeigt, wie “unsere” Szene genau jetzt auch aussehen kann. Allerdings catcht mich “Zum Glück in die Zukunft” heute nicht mehr. Ich hab dieses Album zwei Monate wahnsinnig gefeiert und dann von jetzt auf gleich irgendwie gar nicht mehr. Vielleicht hab ich’s mir selbst langweilig gehört, was ich schade finde und was mich dann doch irgendwie zweifeln lässt. Vielleicht wurde die Platte auch ein bisschen zu sehr auf dieses weltoffene, MTV-Stefan-Raab-Taugliche ausgelegt. Es ist ein großartiges Album, aber in letzter Konsequenz fehlt mir dann doch irgendwas, was mich manche Deutschrap-Alben Jahre hören lässt. Mag sein, dass es dieses Rohe, Ungeschliffene ist. Dieses “auch mal daneben treffen”. Es ist einfach ein perfektes, glattes Stück Musik, das ich auf Dauer nicht greifen und für mich verwerten kann.

- Raf Camora – Therapie nach dem Album (LP):
Wow! Dieses Album. Allein im Intro. Die Stelle: “Bruder, guck, da-da-da-das ist Therapie, Bruder…” WIE er das sagt. Gibt es IRGENDWEN in Rapwien, Rapberlin, Rapdeutschland, Rapuniversum, der 2010 so unfassbar geflowt hat wie Raf?! Auf gar keinen Fall! Einer der meistunterschätzten Künstler in ihrer Gesamtheit gesehen, meiner Meinung nach. Weil isso.

- Casper – “Kontrolle / Schlaf” (Song):
Dieser Track steht für mich persönlich einerseits für die neue Richtung, die Casper für sich und seine Musik selbst eingeschlagen hat, und anderseits sinnbildlich für eine Art “Bewegung” in unserer Szene. Für die vielen neuen Richtungen, die es hier immer mehr zu bewundern gibt und die uns allen viele neue Türen öffnen. Ganz davon abgesehen ist das ein großartiges Stück Musik und ich freue mich, wie sehr Cas es schafft, meine verschiedensten Musik”geschmäcker” auf einen Nenner zu bringen. Unfassbarer Künstler. Punkt.

- Vega – Die Wahrheit ist hässlich (Download):
Einer meiner absoluten Lieblingskünstler hat nach einer viel zu langen Wartezeit ein paar Tracks in den Raum geworfen, die wieder alles auf den Punkt bringen, was die Pathos-Schublade in meinem Kopf so dringend gebraucht hat. Ein bisschen Strasse, ein bisschen Dreck, ein bisschen Gefühl, ein bisschen Grau, ein bisschen Wahrheit, ein bisschen Mitten-in-die-Fresse. Emotional, theatralisch und tendenziell übertrieben. Übrigens die Definition von Pathos. Höchstpersönlich.

MontanaMax & Shiml:

Max:

1.FIFA 11 für die PS3: Nach der Masterabgabe für „Generation Null“ hat mich das Spiel (wie jedes Jahr) tagelang an den Fernseher gefesselt und mich vor dem Post-Album-Loch bewahrt.
2. Ein alter Wu-Tang Pullover und das „Forever“ Album: War dann irgendwie doch Gänsehaut auf dem Splash.
3. iPod: Wie jedes Jahr wohl das wichtigste Gadget in meinem Besitz. Sport oder Bahnfahrten wären sonst nicht machbar.
4. BlackBerry: Leider bin ich nur ein halber Mensch ohne. Sehr zum Leidwesen meiner Freundin.

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Shiml:

1. Ein Set Winterreifen (Damit ich meine neue Karre nicht wieder gegen die Wand setze)
2. Natürlich (!) ein Exemplar von “Generation Null” in der vollendeten Version!
3. Ein griechisches Essen für Europa.
4. Eine Kastanie für Stuttgart.
5. Der verlorene Kellerschlüssel von Werder Bremen!
6. Meine Bahncard 50 (Damit mich die deutsche Bahn endlich mit ihren Drohbriefen in Ruhe lässt)

Sebastian Andrej Schweizer (Head Honcho bei Chimperator Productions):

1. Tua und Vasee – „Evigila“: Das perfekte Album für den Winter. Grau, düster, melancholisch und elektronisch ohne dabei unangenehm zu sein. Produktionstechnisch auf einem Level das man nach mehrmaligem hören auf richtigen Boxen vielleicht erahnen kann. Tua setzt seinen weg konsequent fort und bringt dabei auch Vasee endlich auf den Punkt. Gefällt mir unglaublich gut und gehört meiner Meinung nach in die Top 3 der wichtigsten Alben 2010.
2. Ahornsirup: Schon immer sehr wichtig und schon immer sehr teuer. Gibt’s zum Beispiel bei Edeka oder Real für ca. 5 EUR. Der Legende nach haben die Irokesen das Zeug erfunden und was von Indianern kommt, kann nicht schlecht sein. Schmeckt zum Frühstück mit fast allem geil: French Toast, Apfel, Kiwi, Banane, Feta, Toast… Sehr gut.
3. Das Internet: Verrückte Erfindung, die immer wieder für Überraschungen gut ist. Auch im Jahr 2010 eines der wichtigsten Dinge gewesen um Sachen zu machen. Morgen schau ich mir dann mal diese sogenannten „eMails“ genauer an.
4. Maeckes – „eins“: Der Mythos geht weiter: nach „null“ kommt „eins“. Dieses mal mit Remixen von Rummelsnuff, Björn Beton oder Melbeats. Dafür kein Wasserschaden. Wunderschön geworden. Hit trifft Kunst trifft Maeckes trifft Rap. Ist außerdem inzwischen ausverkauft. Falls du zu den glücklichen 1111 Besitzern des Kunstwerks gehörts: du bist mit Brief und Siegel ein Opinion Leader und hast einen sehr guten Musik Geschmack.
5. Timberlands: Seit den 90ern wollte ich welche haben. Dieses Jahr hab ich mir zum ersten mal welche gekauft. Kommt kein Schnee durch, hält warm und sieht gut aus. Beste.
6. Maeckes – „KIDS“: Das erste „große“ Maeckes Album. Der Indie Rapper sagt wo der Nagel hängt. Wunderschön traurig und sehr komplex. Mit geilem Video zu „Graustufenregenbogen“ und sehr passenden Mash Up Videos zu mehreren Songs. Muss man sich im Chimperator Channel (http://www.youtube.com/user/ChimperatorTV#grid/user/F151C5033E5155CE) angucken. Genauso ein Kandidat für die Top 3 der wichtigsten Alben 2010.
7. LOST – Die komplette Serie auf DVD: Die beste Serie der Welt. Trotz dem Ende. Trotzdem geil. Ich war so traurig als es vorbei war. Es hat ein Loch hinteralssen. Deswegen: Alle Folgen, alle Staffeln auf DVD. Ein Must-Have. Natürlich braucht man zusätzlich dazu Punkt 3, dieses verrückte „Internet“, um regelmäßig auf Lostepdia zu gehen. Dort gibt’s Theorien, Erklärungen und Easter-Eggs. Meine Lieblingsfolge war „Flashes before your Eyes“.
8. Mein Label – Chimperator: Ich mag es so stark. Und alle die damit zu tun haben. Niko, Kody und Steffen sind keine Kollegen und unsere Künstler sind keine Künstler. Wir sind eine große Familie. Wir hassen und lieben uns. No Hetero.

Tua:

1. Kind kriegen
2. Kind den Großeltern abgeben und durchschlafen
3. Vodka (Wahlweise auch auf Platz 1)
4. Cubase 5
5. Chimperator
6. Vasee’s Schwester (Wahlweise auch auf mir)
7. KIDS Album von Maeckes
8. Nerko’s Schwester (Auch nach der Wahl noch nicht weise)
9. Evigila fertig haben
10. Reason 3 immernoch benutzen, weil alle Folgeversionen schwul sind.

Timucin Balcin (Time2Bomb):

01. Rockstah – Nerdrevolution: Eigentlich hatte ich ganz fest im Jahre 2009 mit der großen Überraschung gerechnet. Ein Rapalbum aus Deutschland, das unangekündigt einen überrollt. Doch es traf mich im Sommer diesen Jahres. Die abgemischte LP frisch als MP3 Download und dem Hinweis, dass man sich über Feedback und Support freut, verpackt als Link im E-Mail Postfach. So unromantisch wie das auch klingen mag, war das die große Liebe, die so lange hat warten lassen. Rap mit Charakter, ausgeführt vom wahrhaften Antihelden, auf Beats, die selbst Afrika Bambaataa im Pharaokostüm auf die Tanzfläche locken würden. Zeitloser HipHop vom Planeten Rock – es darf schlecht getanzt werden!
02. Mädness – Zuckerbrot und Peitsche
03. Chiddy Bang – The Preview
04.
Big Boi – Sir Lucious Left Foot – The Son Of Chico Dusty
05. X-Men Klan & Roey Marquis – X Tape: Roher, kantiger Rap. Scheiße, hier ging es nie um einen Trend, sondern darum, deinen Arsch gef*ckt zu haben. Das ist die Wahrheit!
06. The Roots – How I Got Over: The Roots haben mich noch nie enttäuscht. Weder Live noch auf Albumlänge. Ich habe mir bewusst das Album nicht am Stück angehört und hebe es mir für das neue Jahr auf. Die Vorfreude ist groß!
07. Nas & Damian Marley – Distant Relatives
08. Rockstah – Glamrockrapper 2 – Add On
09. Marteria – Zum Glück in die Zukunft:
Danke Marteria, dass du die Tür eingetreten hast. Musik darf wieder Rap sein.
10. Torch – Blauer Samt: Nach 10 Jahren weiterhin die für mich wichtigste LP und der Grund, warum ich den Scheiß so sehr liebe.

Blood Spencore:

1. Nike Air Max 90 Infrared Re-Release: Der Klassiker unter den Air Max 90ern. Leider ist die Qualität nicht so gut wie bei vorherigen Re- Releases, aber sein Look ist und bleibt zeitlos!
2. Celph titled and Buckwild – Nineteen Ninety Now: Buckwild und seine Crew D.I.T.C. seit je her für den Sound der Golden Age of Hip Hop. Celph Titled ist einer meiner Lieblingsrapper, seit dem ihn bei Styles of Beyond „Megadef“ das erste Mal gehört habe. In der heutigen Zeit, wo „real“ Rap immer seltener wird, ist dieses Album ein Meilenstein und seit Raekwon’s „Only Built 4 Cuban Linx 2“ das einzige Album in den letzten Jahren, das man von vorne bis hinten durchhören kann ohne pausenlos zu skippen.
3. Ill Bill vs Dj Muggs – Kill Devil Hills: Dieses Projekt hat mit ihren 4 animierten Videos als Teaser zum Album schwer beeindruckt. Rap- und beattechnisch zwei der Großen der letzten 15 Jahre Hardcore Rap.
4. Diabolic – Liar and a Thief: Diobolic, auf Immortal Technique’s Label, landet als Newcomer ein Feuerwerk an explosiven Beats mit dem dazu passenden Rapstyle. Eine Überraschung dieses Jahres!
5. Vinie Paz – Season of the Assassin: Jedi Mind Tricks Frontmann versucht etwas “poppigere” Töne anzuschlagen und es gelingt ihm perfekt. Probs an den deutschen Produzenten Shuko, der super Beats auf dem Album platziert hat.

Jan Pasutti (Wildstylemag.com):

1. Morlockk Dilemma – Der Eiserne Besen
2. Team Avantgarde – Paradox
3. Die Beleidiger – Die Erde ist eine Scheibe
4. Eloquent – das Ich und Dein verhängnis
5. Hiob & Morlockk Dilemma – Postapokalypse Jetzt
6. Antihelden – Kampf der Veteranen
7. Audio88 & Yassin – Nochmal Zwei Herrengedeck, Bitte
8. Umse – Allerhöchste Eisenbahn
9. SenZ27 – Ballast

Herr Merkt (herrmerkt.blogspot.com/)

1. Marteria – Zum Glück in die Zukunft
2. sido – MTV Unplugged
3. Maeckes – Kids
4. Kollegah – Hoodtape Vol. 1
5. Tefla & Jaleel – Weißt du noch?
6. Tua & Vasee – Evigila
7. Haftbefehl – Azzlack Stereotyp
8. Olli Banjo – Kopfdisco
9. JAW – Täter-Opfer-Ausgleich
10. Disko Degenhardt – Harmonie Hurensohn (Link: http://www.diskodegenhardt.de/indexx.htm)

Fabian Thomas (jds-rap-blog.de):

1. Rockstah – Nerdrevolution
2. FiST & Maxat – Ohne Worte
3. The Plot & Dirty Sánchez – Freunde des schlechten Geschmacks
4. Schlechte Menschen Album
5. Kool Savas – John Bello Story 3
6. Tua & Vasee – Evigila
7. Marteria – Zum Glück in die Zukunft
8. Vega – Die Wahrheit ist hässlich
9. emkay – Geistig Verwirrt
10. Newcomer bekommen eine Chance

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