während die Welt – oder zumindest Menschen mit ein wenig Resthirn und Interessen abseits des Rap-Kindergartens – live verfolgt, wie der Orient sein eigenes 1989 durchlebt, spielt der Rap-Kindergarten das, was er am besten kann: Rap-Kindergarten.
Weil Kanisterkopf ein neues Kanisterkopfalbum angekündigt hat, machen sich die bestimmt durch die Bank wunderschönen Internetspasten nach längerer Pause wieder über ihren Kanisterkopf lustig. Die zurückgebliebenen Junkies aus Desues TV-Studio kündigen Noreaga per N-Wort an und kriegen dafür nicht auf die Mütze, weil sie zurückgebliebene Junkies sind. Der ehemalige Lieblingshurensohn des Rap-Kindergartens wird seinem Ruf gerecht und schickt ein unglaublich beschissenes Video zu einem unglaublich beschissenen Song über den großen Teich. Farid Bumm riskiert eine dicke Nase. Marc Nudeln bringt Musik unter seinem bürgerlichen Namen Marc Nudeln raus. Die zwei rappenden Fettklumpen aus der DDR und ihr kleiner deutschnationaler Freund spielen höchst durchsichtig Promo-Beef mit Kool Savas und der „Blitz-Illu“ des Online-Rap-Kindergartens. Und als wäre das alles nicht schon bescheuert genug, bedroht Monkey Boy die Welt mit einem Neuaufguss seiner Behindi-Hymne – diesmal mit Major-Support.
In Ägypten haben die Behörden zeitweise das Internet abgeschaltet. Was natürlich ziemlich uncool ist, weil dort hin und wieder tatsächlich relevante Einzeiler getwittert wurden. Im Hinblick auf den geistigen Dünnschiss, den die Deutschrap-Trottel hierzulande 24/7 in die Glasfaserkabel wursten, bin ich jedoch durchaus geneigt, so eine autokratische Maßnahme auch in unserer schönen Merkelrepublik zu befürworten. Man stelle sich das vor: Rapper X schwingt seinen fetten Arsch aus der vollgewichsten Bettwäsche, ins Trotteloutfit und vor den Rechner, voller Vorfreude darauf, die Welt auch heute an seiner extrovertierten Beschränktheit teilhaben zu lassen – und nix geht. Nur Minesweeper, die längst stumpfgeschrubbten Transenpornos und die unvollendeten Bewerbungsschreiben und Wohngeldanträge. Auf der anderen Seite seine Twitterjungen und „Gefällt mir“-Lemminge, gleichermaßen vom ewigen Strom der Scheiße abgeschnitten und plötzlich ohne Beschäftigung. Was würde passieren?
Vermutlich nicht viel. Es gibt ja immer noch genügend Wege, auch ohne Internet ein Spast zu sein. Ein Album von Harris kaufen, Hammer & Zirkel gut finden oder Sarrazin recht geben kann man ja auch ohne Internetzugang. Aber zumindest fände so etwas nicht sofort ungefiltert seinen Weg in die Öffentlichkeit.
Passiert natürlich nicht. Die Kanäle für offensives Spastentum bleiben offen. Und so geht die Online-Kindergärtnerei munter weiter: Die Strumpfhosen-Army wurde geschlossen aufs Splash! gebucht, sagt das Internet. Ich zieh nach Ägypten.
Horst





Gott gib uns bitte mehr deiner Weisheiten !!!!!