Review Round #15 [Demograffics x Aphroe]

Demograffics – Cheese
Die Demograffics, bestehend aus DJ Rufflow und Mr. Demo, servieren nach der fetten Vorspeise (Butter EP, kostenloser Download) nun also die Käseplatte. Die Beats kommen von Maniac und Beatfight-Doppel-Champ Dexter und sorgen für ordentlich Kopfnicken. Die Produktionen sind dreckig, knackend, rumpelnd und gesprenkelt mit Jazz- und Soulsamples. Mit Cheese nehmen die Demograffics weder die Autobahn in die Charts noch beschreiten sie einen völlig neuen Weg. Nein, das Album ist der same hustle, den man schon kennt. Das ganze jedoch auf einem sehr hohem Niveau, welches nicht nur durch die Themenvielfalt oder die ausgereiften Beats, sondern auch durch den angenehmen Flow von Mr. Demo getragen wird. Insgesamt ist die Käseplatte wohl sortiert mit dem ein oder anderem fruchtigen und gut gereiftem Cheese. Ein gut gelauntes Rapalbum, welches Spaß macht, manchmal sogar zum mitsingen anregt, in jedem Fall jedoch zum perfekten Training der Nackenmuskeln dient.

Aphroe – 90
Wann kommt denn nun Kavaliersdelikt? Das ehemalige RAG-Mitglied Aphroe lässt uns diesbezüglich noch ein wenig im Trüben fischen. Dafür bringt er kurzerhand ein Neunziger-Tribut-Party-Album und nennt es schlicht 90. Der Titel ist Programm: Aphroe covert in Zusammenarbeit mit Freunden wie Mirko Machine, Dj Stylewarz, Mr. Wiz und Ph7 zehn der größten Rapclassics aus den Neunzigern. Von A Tribe Called Quest, Nas, Jay-Z bis Mobb Deep hat Aphroe wirklich nur Classic Material gepickt. Solche Hits auf deutsch zu covern kann doch eigentlich nur nach Hinten losgehen – sollte man meinen. Doch die verantwortlichen Produzenten haben ausnahmslos jeden Track nach “Elmatic“-Manier perfekt nachgebaut und Aphroe hält den Flow so nah am Original wie es überhaupt nur geht. Lediglich inhaltlich ist 90 nicht an die Originale angelehnt und man versteht nicht umbedingt immer was Aphroe uns gerade sagen will. Aber bei diesem lyrischem Können verzeihen wir das noch einmal. Dieses Album ist Neunziger pur, bei jedem Track fühlt man sich zurück versetzt in die Goldene Zeit und genießt die einem so vertrauten Beats und Flows mit deutschen Worten bespielt. Damit wird die Wartezeit auf Kavaliersdelikt definitiv verkürzt!

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Eine Antwort auf Review Round #15 [Demograffics x Aphroe]

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