Review Round – Slept On Edition [The Airplane Boys x G-Side]

Schönen Sonntag euch allen! Heute wagen wir einen Blick in die jüngere Vergangenheit und gönnen uns und euch zwei Rap-Crews, die bislang bisher keine allzu große Aufmerksamkeit genießen durften.  Das versehen wir mit einem dicken “leider!” und geben den beiden Duos G-Side und The Airplane Boys nun endlich den verdienten, redaktionellen Platz.

The Airplane Boys – Alignment [Free Download]

Zwei Videos hat das Alignment-Mixtape von den Airplane Boys (APB) bisher verpasst bekommen. Beide zeigen, dass man die beiden Rapper Beck Motley & Bon Voyage aus Toronto, Canada zumindest für dieses, sehr sicher aber auch für die kommenden Jahre auf dem Schirm haben sollte. Die Vorträge des Duos erinnern dabei dank heruntergepitchter Vocal-Cuts mal an ASAP Rocky und durch die melodischen Singsang-Parts im nächsten Moment an Drake. Rocky und Drizzy lassen sich getrost auch als Inspirationsquelle in Sachen Instrumentale anführen. Die stark elektronisch angehauchten Beats erinnern nicht von ungefähr an den Schlafzimmer-HipHop von Noah Shebib und die sphärischen Banger von Clams Casino.

Trotzdem schaffen es die Airplane Boys den 16 Tracks ihre eigene Note zu verpassen. Mit ausgefeilten Flows verneigen sie sich tief vor den Beats als solchen. Die Rap-Zentriertheit wiederum wird aufgebrochen durch Singsang-Hooks und auch die Verwendung von Autotune. Zum Glück funktioniert diese Mischung perfekt. Es reiht sich eine Kopfnicker-Nummer für die Hipster-Rap-Generation an die nächste. Musikalische Ausnahmen wie Beau Monde mit seinen Dirty-South-Snares und einem treibenden Bläser- und Klavier-Sample unterstreichen noch einmal, dass die Airplane Boys Spaß an ihrer Musik haben und diesen auch hervorragend an ihre Hörer weiterzugeben wissen. Alignment gibt es genau wie den schwächeren Vorgänger Where’ve You Been zum kostenlosen Download auf der Band-Homepage.

G-Side – The ONE…COHESIVE / iSLAND
Die Südstaaten-Burschen von G-Side treten amerikanischen Kritikern zufolge mit Kinderschuhen in die übergroßen Fußstapfen von Big Boi und Andre 3000. Doch wer nun bereits die Biter-Keule schwingt, hat sich ST 2 Lettaz und Yung Clova aus Alabama nicht richtig angehört. Das Duo arbeitet bereits seit ’99 zusammen, aber erst seit ihrem Internet-Album The ONE…COHESIVE findet sich ihre Musik auf den iPhones der Musikjournalisten und Blogger wieder. Der Langspieler kam Anfang 2011 schlicht genau zur richtigen Zeit – mitten in einer Phase ohne große Major-Veröffentlichungen. Dank der wabernden Produktionen von Block Beataz und Clams Casino Produktionen, durchdachten Flows und traumhaften Hooks lag der Reflex nahe, diese zwei Dopeboyz zum nächsten, großen Ding zu erklären.

Das davon Anfang 2011 nur kaum jemand Notiz nahm war verwunderlich, störte die Herren jedoch nur bedingt. Im gleichen Jahr veröffentlichte man kurzerhand ein weiteres Album. iSLAND schwächelt im Vergleich zu The One an mehreren Ecken, darf aber trotzdem als mehr als ordentlicher Soundentwurf dafür gelten, wie Dirty South heute auch klingen kann. Sofern die Jungs in Zukunft ihr Netzwerk ausbauen, ihren roughen Style im Geiste von Young Jeezy beibehalten und die Cloudrap-Welle reiten, dürfte auch die verdiente Aufmerksamkeit nicht auf sich warten lassen. Bis dahin könnt ihr euch die beiden Alben von G-Side auf Bandcamp anhören: The ONE und iSLAND.

Kategorien: Review

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