Sonntag, Sommer, Sonnenschein! Wir hoffen, ihr habt den Tag ergiebig genutzt, denn jetzt ist wieder Review-Zeit. Also lasst eure braungebrannten Nasen vor dem Monitor, denn heute geht es um zwei vielversprechende amerikanische Releases. Ab geht’s!

Killer Mike – R.A.P. Music
Man möchte gar nicht viele Worte verlieren, denn die Vorab-Nominierung für “Album des Jahres” kommt bei R.A.P. Music leicht über die Lippen. Das neueste Werk des Südstaaten-Zerpflückers Killer Mike ist so unglaublich energetisch, so hardcore und rough, so voller Liebe für Rap und Hass für Staatsgewalt und Politik – man bekommt beim Durchhören Pipi in die Augen. Für die Beats ist überwiegend El-P verantwortlich, der ja dieses Jahr offensichtlich einfach alles zerstören möchte. Was bleibt? Die Erkenntnis, dass es sie also noch gibt – die Alben, die einen vom Hocker hauen, dann den Hocker nehmen und ihn zärtlich in die Fresse ballern und anschließend eine ernstzunehmende Entschuldigung und eine Einladung zum Essen äußern. Wer R.A.P. Music nicht hört, verpasst ein sehr großes Stück Musik, das bislang in 2012 seinesgleichen sucht. Chapeau!
1982 (Statik Selektah & Termanology) – 2012
Es sind Statik und Termanology und man kriegt, was man erwartet – warme, samplelastige Boombap-Musik in mehr oder weniger aktuellem Gewand. Ist das schlecht? Ach was. Das Ergebnis kann sich hören lassen, die Songs bleiben hängen und mutieren gerade bei gutem Wetter zu astreinen Hits. Dass wir keine Hip-Hop-Revolution vorliegen haben, stört da weniger als die Anti-Skinnyjeans-Lines oder die latent peinlichen (sprich: richtig lahmen) Rhymes, die hier und da auftauchen (z.B. Time Travellin’). Wer allerdings ein Freund von richtig guten Beats ist und über richtig durchschnittliche Raps hinweghören kann, wird seine Freude an diesem Album haben.




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