Sonntag! Ihr wisst, was das heißt. Heute behandeln wir in der Review-Runde zwei deutsche Releases. Ob uns die hiesigen Alben gefallen haben, lest ihr am Besten selbst!

Roger – 4S Punks
Trends und Charts? Ganz wichtig als deutscher Rapper, da jetzt dabei zu sein. Nicht für Roger. Das Blumentopf-Mitglied bringt mit 4s Punks sein zweites Solo-Album raus und bleibt seinem Sound treu. 4S Punks ist ein Album mit Anspruch. Roger hat so einiges zu erzählen über Rap, Liebe und das Leben an sich. Glücklicherweise kann Roger das Ganze verpacken, ohne sich an altbekannten Klischees zu bedienen. Vor allem Hooks, die Einem ins Ohr gehen und dort auch bleiben, sind eine Spezialität dieses Albums. Nach dem ersten Hören schon fängt man an, mitzurappen. So machen auch die etwas ernsteren Tracks Spaß, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Der einzige Gastbeitrag auf 4S Punks kommt übrigens, unglaublich aber wahr, von Wasi – gut so! Die Beats wurden allesamt von Roger selbst produziert und stammen wohl direkt aus der guten alten Zeit. Klassische HipHop-Beats die den Kopf immer wieder nicken lassen und hier und da auch mal zu einem kurzen Tanz einladen. Somit ist 4S Punks also ein Album von einem Rap-Head für Rap-Heads. Und zwar eins, das Anspruch und Spaß vereinen kann.
Main Moe & Q-Cut – Tango Charlie Alpha Zulu
Das neue Album von Main Moe & Q-Cut knüpft nahtlos an den Sound an, den man von den beiden Magdeburgern durch ihre bisherigen Releases gewöhnt ist. Und das ist eine ganz eigene Mischung! Die Samples und Scratches von Q-Cut zeugen von Knowledge und Realness. Zusammen mit seinen knackenden und teils dreckigen Boombap Beats bilden sie ein stabiles Konstrukt, auf dem Main Moe mit seinem etwas gewöhnungsbedürftigen Flow herum turnt. Er scheint mühelos daher zu reden und hier und da eine kleine Message zu kicken.
„Gangsterrap ist tot? Ich glaub euch kein Wort, denn jeder Druck auf den Record-Knopf tötet sofort.“
Besonders die kreative Spannung zwischen DJ und MC wird auf diesem Release deutlich, Q-Cut und Main Moe scheinen sich gegenseitig stark zu inspirieren. Sonst wäre sicher nicht so ein interessantes Stück Musik entstanden, das man entweder liebt oder liebt. Wir schließen uns an: Da haben sich zwei gefunden. Musik zum hinhören, chillen und weitersagen. Rap kann in den nächsten Jahren machen was er will – die Mucke bleibt cool. Tango Charlie Alpha Zulu for President.




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