Scheinbar täglich werden uns zur Zeit neue Releases um die Ohren gehauen, sodass kaum Zeit bleibt sich alles anzuhören. Die Entscheidung welchen Alben man dann auch noch eine Review widmen soll, wird dadurch nicht gerade einfacher. Diese Woche fielen die neuen Platten von The Alchemist, einmal mehr oder weniger Solo und einmal in Zusammenarbeit mit Domo Genesis, unseren Redakteuren zum “Opfer”.
Domo Genesis & Alchemist – No Idols
Domo Genesis aka Doms, Damier, Young Gunshot, Young Swag, Mr. Smoke-A-Lot-Of-Pot hatte seit den Frühen Odd-Future Tapes einen sehr guten und sehr eigenen Beat-Geschmack. Ganz im Gegensatz zum Wolfgang-Frontman Tyler rappt er auch gerne über Beats, traditonellerer Bauweise. Und ganz im Gegensatz zu Tyler steht Domo auch mit diversen (älteren) Rap-Kollegen durchaus in gutem Kontakt. Da dürfte es Herrn Genesis sehr Gelegen kommen, dass er jüngst die Bekanntschaft des Alchemist machen durfte, der ihm jetzt 11 Beats rüberschob, auf denen Domo und Kumpels rappen dürfen. Als da wären, teilweise sehr überraschenden Features wie Action Bronson, Space Ghost Purrp, Prodigy oder Freddie Gibbs. Die Odd Future Kollegen, allen voran Tyler, lassen es sich da auch nicht nehmen, mal richtig auf den Putz zu hauen und so gelingt Domo vor allem auch Dank seiner Gäste eine sehr, sehr gute Platte mit einem einzigen Ausfall – einem Liebeslied zum grünen Kraut.
Text: Julian Gupta
The Alchemist – Russian Roulette
Alchemist ist seit jeher ein großartiger Produzent mit einem unverkennbaren auditiven Fingerabdruck. Seine Beats, oft um ein markantes Sample aufgebaut, sind auf jedem ordentlichen Amirap-Album, mit Underground-Rap-Appeal. Sein Anti-Ausflug mit Oh No als Gangrene ist ein weiteres Beispiel für die Attitüde des Evidence-Spezies. Auf seinem neuen Album Russian Roulette sample Alc nun ausschließlich russische Musik. Den beliebten Mono-Sample-Weg kennt man ja vor allem schon von Madlib, der als Beat Kondukta die Welt bereist hat. Bei Alc geht es nun auf eine verrückte Reise, getragen von unterschiedlichsten Samples und Interludes. Reisebegleiter sind u.a. Evidence (natürlich), Action Bronson, Fashawn, Guilty Simpson und Danny Brown und Schoolboy Q. Sie landen mit Flight Confirmation einen Kracher, der heraussticht. Insgesamt ein Produzentenalbum mit einem straighten Konzept und einer guten Auswahl an Rappern – am besten zu genießen bei einem eiskalten Vodka. Nur das mit dem Russischem Roulette überlege ich mir noch Mal.
Text: Lukas Oskar





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