Review Round #27 [Max Herre x Plan B]

Wieder ein mal nähert sich das Wochenende seinem Ende und bevor die große Sonntag-Abend-Graus-vorm-Montag-Depri einsetzt, muntern wir euch schnell mit unserer wöchentlichen Review Runde auf. Diese Woche hatten wir die Möglichkeit, schon mal in die neue Platte von Max Herre reinzuhören und euch einen kleinen Vorgeschmack zu liefern. Außerdem haben wir Plan B mit ill Manors im Angebot. Viel Spaß!



Max Herre – Hallo Welt

Max Herre, schön, dass du wieder da bist! So rief Afrob es schon 2004 aus, als der junge Herr aus dem Schoß der Kolchose mit seinem ersten Solo-Album aufwartete. Acht Jahre später ist der Spruch aktueller denn je, denn Max ist zurückgekehrt von seinem Ausflug ins Singer-Songwriter-Land. Auf „Hallo Welt!“ wird wieder gerappt! Im Vorfeld sagte er, es sei ihm wichtig, kein Boom-Bap-Album zu machen, auf dem er darüber rappt, dass früher alles besser war.
Zusammen mit KAHEDI, seinem Produzententeam, ist ihm dies wahrhaftig gelungen. Der Sound von „Hallo Welt!“ ist ein Spiegel all seiner Inspirationsquellen, an seinen Features, die von Megaloh über Clueso bis hin zu Aloe Blacc reichen, lässt sich das nur noch genauer ablesen.
Es ist ja so: Dass Max Herre wieder rappt, darauf wurde Jahre sehnlichst gewartet und würde er musikalisch einfach an alte Freundeskreis-Zeiten anschließen, wären bereits alle glücklich.
Doch das Album kann mehr, auf 15 Tracks bleibt Max seiner alten Stärke, nie irgendwelchen Dogmen zu folgen, treu und trifft damit mehr denn je den Zeitgeist von Deutschrap.
Klar, wer noch nie Fan vom FK-Sound war, der wird auch durch „Hallo Welt!“ vermutlich nicht missioniert, doch für Anhänger wird der 24. August ein sehr glücklicher Tag werden.

Text: Marie Ahlers

Plan B – ill Manors

Er hätte es sich jetzt eigentlich gemütlich machen können. Der Vorgänger The Defamation of Strickland Banks ein herausragender Verkaufserfolg; dort hätte er anknüpfen können, hätte versuchen können, ein zweites She Said zu schreiben, hätte darum ein Album stricken können. Plan B hat aber keine Lust darauf, sondern stürzt sich vielmehr in die Arbeit und kreiert ein Konzeptalbum: ill Manors.

Das ist vor allem eins: düster. Es beschreibt die Geschichte eines Jungen in einem Viertel in London, das im Drogensumpf vor sich hin siecht. Es zieht einen direkt hinein in den Abgrund und zeigt die hässliche Fratze, die fehlgeleitete Politik erzeugt. Nichts versucht hier, falsche Romantik zu erzeugen. Das überzeugt und das sitzt.

Normalerweise sind Konzeptalben anstrengend und überstehen nur ein paar Durchläufe. Plan B gelingt es mit “ill Manors” jedoch, die Geschichte in Einzelteile, in Songs aufzuteilen. So schmecken sie auch einzeln gehört.

Text: Jonathan Herdt

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